Wir über uns

Aufgaben

Unsere Hauptaufgabe ergibt sich bereits aus unserem Namen: Technische Hilfe. Mit Technik und Verstand retten wir Menschen und Tiere aus Gefahrenlagen und bergen bedrohte Sachwerte. Wir überbrücken vorübergehend ausgefallene Versorgungseinrichtungen, leisten Räumarbeiten und richten Wege und Übergänge her.

Der Technische Zug ist die Basiseinheit eines jeden Ortsverbandes. Er umfaßt einen Führungstrupp, 2 Bergungsgruppen und mindestens eine Fachgruppe.
Neben den beiden Bergungsgruppen gibt es verschiedene Fachgruppen für unterschiedliche technische Aufgaben:

  • Die Fachgruppe Infrastruktur ermöglicht weitgehend die Versorgung mit Strom und Wasser und stellt auch die Abwasserentsorgung sicher.
  • Mit Hilfe von schwerem Gerät arbeitet die Fachgruppe Räumen bei der schweren Bergung und der Räumung zusammen mit den Bergungsgruppen.
  • Die Fachgruppe Wassergefahren rettet mit Booten Menschen und Tiere, versorgt die Bevölkerung überfluteter Gebiete und unterstützt Damm- und Deichsicherungsarbeiten.
  • Die Fachgruppe Ortung spürt Verschüttete auf, damit diese gerettet werden. Mit Hunden, elektronischem Gerät und Fachwissen sucht sie Leben unter Trümmern.
  • Als mobiles Elektrizitätswerk liefert die Fachgruppe Elektroversorgung Strom mit Aggregaten bis 175 kVA und repariert notfalls Versorgungsanlagen.
  • Bei Überflutungen von Gebäuden und Anlagen hilft die Fachgruppe Wasserschaden/ Pumpen.
  • Die Fachgruppe Trinkwasserversorgung bereitet Wasser auf und fördert, lagert und transportiert es.
  • Die Fachgruppe Brückenbau des THW errichtet Übergänge und Brücken.
  • Ist bei einem Unglück ein Ölschaden größeren Ausmaßes entstanden, kommt die Fachgruppe Ölschaden zum Einsatz.
  • Zur Führung mehrerer THW-Einheiten im Einsatz dient die Fachgruppe Führung/ Kommunikation. Sie stellt auch die Funkkommunikation sicher.
  • Die Helferinnen und Helfer der Fachgruppe Logistik sind zuständig für Materialerhaltung und Beschaffung sowie für die Versorgung der Helfer.
  • Weiterhin gibt es die Schnell-Einsatz-Einheit für Bergungseinsätze im Ausland (SEEBA) sowie
  • die Schnell-Einsatz-Einheit für Wasseraufbereitung im Ausland (SEEWA), deren Helferinnen und Helfer hochspezialisiert und binnen weniger Stunden per Lufttransport weltweit eingesetzt werden.

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Ausbildung

Die Ausbildung der ehrenamtlichen THW-Helferinnen und -Helfer orientiert sich an einsatztaktischen Anforderungen: Unsere zahlreichen Kameraden werden nach der Grundausbildung den verschiedenen Einheiten zugeteilt und durchlaufen danach eine kontinuierliche Fachausbildung.

Inhalt, Intensität und Systematik der Ausbildung sind der THW-Struktur angepasst und nutzen dabei die beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten jedes einzelnen.

Die Ausbildung findet auf örtlicher und regionaler Ebene sowie an den THW-Bundesschulen statt. In einigen Fällen auch bei externen Ausbildungsträgern und Einrichtungen.

Basisausbildung I

Unsere Helferinnen und Helfer erhalten zunächst eine Grundausbildung auf Standortebene in ihrem Ortsverband (OV). Diese Ausbildung umfasst 85 Stunden und schließt mit einer Prüfung ab.

Die Voraussetzung für die Grundausbildung ist immer eine Erste Hilfe-Ausbildung, die bei einer unserer befreundeten Hilfsorganisationen absolviert werden muss. Die Grundausbildung ist bundesweit einheitlich. Es wird ein allgemeines Wissen über den Katastrophenschutz, das Technische Hilfswerk als eigene Organisation, das Einsatzgeschehen sowie eine einheitliche Befähigung im Umgang mit den Werkzeugen und Geräten vermittelt.

Damit wird erreicht, dass bei den Helferinnen und Helfern ein allgemeines Verständnis für die Arbeit im THW vorhanden ist. Sie werden zudem in die Lage versetzt, mit der technischen Ausstattung umzugehen.

Nach erfolgreichem Abschluss der Prüfung werden die Helferanwärterinnen und -anwärter einer Gruppe im Technischen Zug zugewiesen und stehen dann für einen Einsatz zur Verfügung.

Basisausbildung II

Alle Helferinnen und Helfer der Fachgruppen des technischen Zuges erhalten von ihren Unterführern eine fachgruppenspezifische Ausbildung, die sie befähigt, mit den Geräten und Arbeitsmethoden ihrer spezialisierten Einheit den Einsatzauftrag zu erfüllen.

Bereichsausbildung

Für die Fachgruppen braucht das THW auch Helferinnen und Helfer mit Spezialkenntnissen. Sie werden dafür auf regionaler Ebene in den Standorten der Ortsverbände Sonderfunktionen Kraftfahrer, Sprechfunker, Atemschutzgeräteträger und Köche durch Bereichsausbilder geschult.

Ausbildung an den THW-Bundesschulen In Hoya bei Bremen und Neuhausen bei Stuttgart unterhält das THW eigene Schulen, in denen die Fertigkeiten und Kenntnisse vermittelt werden, die aufgrund gesetzlicher Vorgaben, wegen ihres Schwierigkeitsgrades oder wegen der Einheitlichkeit der Ausbildung nur dort effizient geleistet werden können.

Auch das notwendige Wissen für internationale Einsätze wird in unseren Schulen vermittelt: Die Helferinnen und Helfer lernen die fremden Kulturen kennen, erhalten fundierte Kenntnisse im Projektmanagement, in Logistik, Gesundheitswesen und Psychologie. Für die Teilnahme an Lehrgängen an den Bundesschulen muss Sie der Arbeitgeber freistellen (es muss kein Urlaub eingesetzt werden) und bekommt auf Antrag den Verdienstausfall vom Bund erstattet.

Führungskräfteausbildung

Alle Führungskräfte erhalten die gleiche Basisausbildung sowie Kenntnisse über Führungsgrundsätze und Ausbildungslehre zur Durchführung der Ausbildung. Nach dieser Ausbildung folgt die jeweilige Gruppen- und Zugführerausbildung oder auch die Funktionsausbildung für den OV-Stab.

Die zweiwöchige Gruppenführerausbildung vermittelt alle Kenntnisse, die der Gruppenführer als fachlicher Experte der Fachgruppe braucht. Er ist der fachtechnische Führer und Ausbilder seiner Gruppe. Der angehende Zugführer wird in seinem 14tägigen Lehrgang befähigt, den Einsatz des technischen Zuges im Auftrag übergeordneter Stellen zu leiten und dabei die vielfältigen Aufgaben der Fachgruppen zu koordinieren. Er leitet den Einsatz im Sinne des Projektmanagements.

Ausbildung für den OV-Stab

Die Ortsverbandsführung erhält eine funktionsbezogene Ausbildung. Sie beinhaltet u.a. Kenntnisse wie Führung, Verwaltungshandeln, Managementtechniken und vieles mehr. Fortbildung Zusätzlich zu den genannten Ausbildungsgängen bieten wir zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, die für spezielle Einsatzbedürfnisse eingerichtet sind und die auf besondere Neigungen und Eignungen unserer Helferinnen und Helfer eingehen. Großen Wert legen wir auch darauf, dass die z. B. bei In- und Auslandseinsätzen gewonnenen Erfahrungen weitergegeben werden. Denn nur der ständige Informationsaustausch garantiert, dass unsere Einsätze auch in Zukunft erfolgreich bleiben.

Zusatzangebot zur schulischen Ausbildung

Für Helferinnen und Helfer, die aus beruflichen oder privaten Gründen für einen Lehrgangsbesuch unabkömmlich sind, wird zusätzlich die Möglichkeit geboten, am Fernlehrgang Methodik/ Didaktik teilzunehmen. Im Selbststudium erwerben sie die Qualifikation eines Ausbilders im THW. Dabei werden sie von einem Pädagogen begleitet, der die schriftlichen Arbeiten beaufsichtigt und ggf. korrigiert. Während einer Präsenzphase wird das Erlernte abschliessend praktisch geübt.

Multimediale Ausbildung

Der Einsatz von neuer Medientechnik soll die Effektivität des Lernens bei den Helferinnen und Helfern steigern und mehr Akzeptanz erzeugen. Lernen soll auch Spaß machen! Hierbei soll die Erstellung interaktiver Lernsoftware helfen. Zunächst werden in Zusammenarbeit mit der Helfervereinigung als Hilfe für die Ausbildung Ausbildermappen auf CD-ROM angeboten. Der Ausbilder kann damit seinen Unterricht besser vorbereiten und freier gestalten.
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Einheiten

Das THW unterhält bundesweit 810 Technische Züge mit je vierzig aktiven Helfern, die kurzfristig durch jeweils zwanzig Reservehelfer ergänzt werden können. Jeder Zug besteht aus einem Führungstrupp, zwei Bergungsgruppen sowie einer Fachgruppe für den überörtlichen und überregionalen Einsatz. Bundesweit werden vorgehalten:

  • 1.620 Bergungsgruppen (siehe: Technischer Zug)
  • 264 Fachgruppen Infrastruktur
  • 132 Fachgruppen Räumen
  • 132 Fachgruppen Wassergefahren
  • 66 Fachgruppen Elektroversorgung
  • 66 Fachgruppen Ortung
  • 66 Fachgruppen Wasserschaden/ Pumpen
  • 66 Fachgruppen Logistik
  • 66 Fachgruppen Führung/ Kommunikation
  • 32 Fachgruppen Trinkwasserversorgung
  • 16 Fachgruppen Brückenbau
  • 16 Fachgruppen Ölschaden
  • 6 Fachgruppen SEEBA
  • NEU: Fachgruppen SEEWA

Die Bandbreite der Fahrzeuge reicht von Gerätekraftwagen über Mannschaftswagen, Kipper, Bergungsräumgeräte, Bagger und Anhänger bis zu Kranwagen und Booten verschiedener Typen. Insgesamt verfügt das THW über mehr als 6.000 Fahrzeuge.

Vorteile des Modularen Systems

Der Einsatz des Technischen Zuges (TZ) erfolgt in der Regel nicht als geschlossene Einheit. Die Gruppen sind einsatztaktisch und einsatztechnisch weitgehend eigenständig (modulares System) und werden im Zugrahmen geführt. Gleichwohl besteht eine gewisse personelle und materielle Abhängigkeit der einzelnen Gruppen untereinander. Sie arbeiten nach taktischen und technischen Erfordernissen zum Teil eng zusammen.

Der Technische Zug, bestehend aus 1 Zugtrupp und 3 Gruppen, hat grundsätzlich eine Stärke von 1/7/23=31(+20). Das heißt: 1 Zugführer, 10 Unterführer, 29 Helfer sowie zusätzlich 20 Reservehelfer bilden den Zug. Gruppenstärke ist je -/2/7/=9(+6).

Ausnahmen bilden die Fachgruppen Brückenbau, Trinkwasserversorgung, Ölschaden und SEEBA. Hier wurde die Stärke wegen der zu erwartenden Verwendung im Ausland erhöht.

Im Einsatz ist ein Ausrücken der einzelnen Gruppen als Schnelleinsatzgruppe bereits ab einer Stärke von -/1/5=6 vorgesehen. Die Nachführung von weiterem Personal bis zur Sollstärke von -/3/9 plus 6 Reserve = 18 Personen ist als Potential zu sehen, aus dem aufgabenorientiert qualitativ bzw. quantitativ die Einsatzmannschaft zusammengestellt oder die Ablösung - bis hin zum Drei-Schicht-Betrieb - organisiert wird.
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Anforderung des THW

Bei Einsätzen zur friedensmäßigen Gefahrenabwehr und bei größeren Unglücksfällen wird das THW im Rahmen der Amtshilfe von den für die Gefahrenabwehr zuständigen Stellen angefordert. Diese Amtshilfe durch das THW ist gesetzlich geregelt. Anforderungen auf örtlicher Ebene (Gemeinde, Polizei, Feuerwehr etc.) laufen über den Ortsbeauftragten des zuständigen Ortsverbandes.

Wenn bei größeren Schadensereignissen bzw. im Katastrophenfall die THW-Einheiten überörtlich zentral koordiniert werden müssen, kann das THW durch die zuständigen Behörden (Kreisverwaltung, Bezirksregierung, Polizeidirektion etc.) bei den zuständigen THW-Geschäftsstellen angefordert werden.

Grundsätzlich stimmt das THW seine Einsatztaktik im Rahmen der Unterstellung mit der anfordernden Behörde ab. Hierzu stellt das THW Fachberater. Die Alarmierung erfolgt in der Regel durch Funkalarmempfänger über die zuständigen Leitstellen.

Dabeisein

Sie interessieren sich für den Umgang mit moderner Technik, arbeiten gerne im Team und möchten anderen Menschen helfen? Dann sind Sie bei uns genau richtig.

Doch wie und wann kann ich in das THW aufgenommen werden? Wie funktioniert das mit der Freistellung vom Wehrdienst? Welche Rechte und Pflichten habe ich und wie sieht's mit Urlaub aus? Antworten auf diese Fragen und vieles Wissenswerte mehr rund um das Technische Hilfswerk finden Sie hier. Wann kannst Du ins THW aufgenommen werden?

  • In das THW kann aufgenommen werden, wer
  • # das 17. Lebensjahr vollendet hat
  • # noch nicht 60 Jahre alt ist
  • # die erforderliche Tauglichkeit besitzt
  • # seinen ständigen Aufenthalt in der Bundesrepublik Deutschland hat
  • # für den Dienst im THW zur Verfügung steht
  • # nicht von einer anderen Katastrophenschutzorganisation unehrenhaft entlassen worden ist
  • # sich zum demokratischen Rechtsstaat bekennt
  • # nicht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr oder darüber rechtskräftig verurteilt wurde, es sei
  • denn, die Vollstreckung der Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt,
  • # nicht nach 13 des Bundeswahlgesetzes vom Wahlrecht ausgeschlossen ist

Für interessierte Mädchen und Jungen im Alter zwischen 10 und 17 Jahren besteht die Möglichkeit zum Eintritt in unsere THW-Jugendgruppe. Die Nachwuchsorganisation des THW hat sich zur Aufgabe gemacht, Jugendliche in spielerischer Form an die Technik des THW heranzuführen und bietet jede Menge interessantes Freizeitprogramm.

Gibt es einen Anspruch auf Aufnahme in das THW, was ist der Inhalt des Dienstverhältnisses und wie lang ist die Probezeit?

Sie werden mit dem Aufnahmeantrag auf unbestimmte Zeit in das THW aufgenommen. Ein Anspruch auf Aufnahme besteht nicht. Das Helferverhältnis ist ein öffentlich-rechtliches Dienstverhältnis besonderer Art. Hieraus ergeben sich Folgen für die Art und Weise, in der Sie Ihren Dienst zu versehen haben.

Inhalt des Dienstverhältnisses ist die Leistung humanitärer Hilfe für in Not geratene Menschen sowie Bergung und Schutz von Sachgütern. Sie haben alle mit der wirksamen Erfüllung dieser Aufgaben verbundenen Pflichten wahrzunehmen. Die ersten sechs Monate des Dienstverhältnisses bilden die Probezeit, in der beide Seiten ohne Angaben von Gründen kündigen können.

Und wie schaff' ich den Spagat zwischen Beruf und Berufung?

Ihnen dürfen wegen Ihrer Mitwirkung im THW keine Nachteile im Arbeitsverhältnis entstehen. Während der Dauer der Teilnahme an angeordneten oder genehmigten Einsätzen, Übungen, Lehrgängen und sonstigen Ausbildungsveranstaltungen entfällt für Sie die Pflicht zur Arbeitsleistung im privaten Arbeitsverhältnis.

Sie erhalten den Arbeitsverdienst fortgezahlt. Private Arbeitgeber bekommen diese fortwährenden Leistungen erstattet. Als beruflich Selbständige erhalten Sie eine Verdienstausfallerstattung nach der THW-Entschädigungsrichtlinie. Ihre Ausbildung liegt uns am Herzen! Sie werden fachbezogen ausgebildet und ausgestattet. Sie erhalten eine Grund- und Fachausbildung am Standort. Darüber hinaus erhalten Sie, soweit es im Rahmen Ihrer Fachaufgaben erforderlich ist, an der THW-Bundesschule mit ihren beiden Ausbildungsstätten Hoya und Neuhausen a.d.F. sowie an sonstigen Fortbildungseinrichtungen eine Spezialausbildung.

Wie sieht's aus mit der Unfallversicherung?

Während der Dienstleistung im THW sind Sie gem. 2 des siebenten Buches des Sozialgesetzbuches gegen Unfall versichert. Wenn Sie Mitglied der THW-Helfervereinigung werden, sind Sie in der Regel durch den Jahresbeitrag zusätzlich abgesichert. Bitte ein paar Worte zu meinen Pflichten! Durch den von Ihnen abgegebenen THW-Aufnahmeantrag und die KatS-Verpflichtungserklärung sind Sie zum Dienst im THW, insbesondere zur Teilnahme an Einsätzen, angeordneten Übungen, den für Ihre Funktion erforderlichen Lehrgängen, Ausbildungsveranstaltungen und sonstigen Veranstaltungen verpflichtet.
Zu Ihren Pflichten gehört u.a. auch, dass Sie

  • sich über die für Sie maßgeblichen Diensttermine informieren,
  • regelmäßig und pünktlich am Dienst teilnehmen,
  • die Dienst-, Ausbildungs- und Unfallverhütungsvorschriften beachten,
  • den dienstlichen Weisungen nachkommen,
  • die Richtlinien für die Beurlaubung und Dienstbefreiung genau befolgen,
  • die Ausstattung und Einrichtung sorgfältig und nur zu dienstlichen Zwecke verwenden,
  • sich in die Helfergemeinschaft einfügen, sich kameradschaftlich verhalten und das Ansehen des THW in der Öffentlichkeit nicht schädigen,
  • jede Veränderung in Ihren persönlichen Daten (z.B. Anschriftenänderung, neue Telefonnummer, Familienstandsänderung, Arbeitgeberwechsel usw.) dem THW unverzüglich anzeigen.

Und was passiert bei Pflichtverstößen?

Verstöße gegen Ihre Pflichten als Helferin oder Helfer, z.B. unpünktliche Teilnahme an Ausbildungsveranstaltungen, Fernbleiben vom Dienst ohne rechtzeitige und anerkannte Begründung, Nichtbefolgung dienstlicher Weisungen u.s.w., können mit einer Ermahnung durch den THW-Ortsbeauftragten geahndet werden und im Wiederholungsfall die Entlassung aus dem THW zur Folge haben. Dies bedeutet, dass Sie dem Wehr- oder Zivildienst wieder zur Verfügung stehen.

Bei freigestellten Helfern können Dienstpflichtverletzungen gem. 24 Absatz 2 Nr. 2 Zivilschutzgesetz (ZSG) in Verbindung mit dem Gesetz über Ordnungswidrigkeiten (OWiG) in der jeweils gültigen Fassung zusätzlich mit Geldbußen geahndet werden.

Habe ich Anspruch auf Urlaub und wann kann ich vom Dienst befreit werden?
Sie können nach folgenden Regeln vorübergehend von Ihrer Mitwirkungspflicht beurlaubt werden:

Ihnen stehen sechs Wochen Erholungsurlaub im Jahr zu. Urlaubsjahr ist das Kalenderjahr. Der Urlaub ist grundsätzlich nicht auf das Folgejahr übertragbar. Der Erholungsurlaub soll in höchstens zwei Abschnitten im Jahr genommen werden. Er soll spätestens zwei Wochen vor Antritt schriftlich dem Ortsbeauftragten angezeigt werden. Erholungsurlaub kann aus wichtigem Grund versagt werden. Er endet mit der Feststellung des Spannungs- und Verteidigungsfalles.

Von einzelnen Dienstveranstaltungen kann Ihnen aus wichtigem Grund (z.B. familiäre oder berufliche Termine von großer Bedeutung) Dienstbefreiung gewährt werden. Sie ist grundsätzlich vor der betreffenden Dienstveranstaltung zu beantragen. Über den Antrag entscheidet der Ortsbeauftragte. Bleiben Sie dem Dienst fern, obwohl über eine beantragte Dienstbefreiung noch nicht positiv entschieden wurde, stellt dies eine Dienstpflichtverletzung dar. Helferinnen und Helfern, die nicht freigestellt sind oder deren Mindestverpflichtungszeit abgelaufen ist, kann der Ortsbeauftragte längerfristige Dienstbefreiung unter entsprechender Anwendung der Regelungen zum Sonderurlaub gewähren.

Statt Grundwehrdienst zu leisten, möchte ich zum THW, wie lange muss ich mich verpflichten? Zur Freistellung vom Grundwehrdienst können Sie sich bei Ihrer Aufnahme in das THW auf gesondertem Formblatt (Freistellungsantrag) zum Dienst im Katastrophenschutz verpflichten. Nur eine Verpflichtung auf mindestens sechs Jahre, die rechtzeitig vor Vollendung des fünfundzwanzigsten Lebensjahres eingegangen wird, kann zur Freistellung vom Grundwehrdienst führen. Der Freistellungsantrag bedarf der Zustimmung des THW-Ortsbeauftragten und der Zustimmung der zuständigen Geschäftsstelle.

Die Laufzeit der sechsjährigen Verpflichtungszeit beginnt frühestens mit der Abgabe des Freistellungsantrages im Ortsverband, jedoch nicht, bevor Sie 18 Jahre alt sind. Unter welchen Voraussetzungen kann ich vom Wehrdienst freigestellt werden? Vom Wehrdienst können Sie nur freigestellt werden, wenn

  • Sie der Wehrpflicht unterliegen,
  • die zugewiesene Höchstzahl an Helfern für den Geburtsjahrgang noch nicht ausgeschöpft ist,
  • Sie noch nicht in der Bundeswehr gedient haben (Ausnahme nur unter besonderen Voraussetzungen),
  • Sie keinen Beruf ausüben, der zu einer Berufsgruppe gehört, bei der die Belange der Bundeswehr vorgehen,
  • aufgrund Ihrer Ausbildung oder beruflichen Tätigkeit nicht mit einem häufigen Ortswechsel zu rechnen ist,
  • bei der Einheit/Einrichtung ein Helferplatz zur Verfügung steht

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Und wie ist das nun mit dem Zivildienst?

Der Dienst im Katastrophenschutz selbst gilt nicht als Zivildienst im Sinne des Zivildienstgesetzes (ZDG) vom 9. August 1973 (BGBl. 1 Es.1015) in der zur Zeit gültigen Fassung. Erst wenn Sie sich gem. 14 ZDG für mindestens sechs Jahre zum ehrenamtlichen Dienst im Zivilschutz/ Katastrophenschutz verpflichtet und hierzu die Zustimmung erhalten haben, werden Sie nicht zum Zivildienst herangezogen.

Die Freistellung vom Wehrdienst oder Zivildienst tritt erst mit der Zustimmung der zuständigen Geschäftsstelle zu Ihrer Verpflichtung ein und dauert an, solange Sie im Zivilschutz/ Katastrophenschutz mitwirken.

Bei einem Wechsel des Wohnortes eines vom Wehrdienst freigestellten Helfers muss eine Fortdauer der Verpflichtungszeit bzw. Wehrdienstfreistellung grundsätzlich davon abhängig gemacht werden, ob am Zuzugsort ein unbesetzter Freistellungsplatz zur Verfügung steht. Im übrigen setzt eine weitere Mitwirkung im THW voraus, dass ein freier Platz in einer Einheit vorhanden ist.

Was beinhalten die Regelungen zum Sonderurlaub?

Als freigestelltem Helfer kann Ihnen während der Mindestverpflichtungszeit bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen auf Antrag Sonderurlaub gewährt werden. Für eine berufliche Aus- und Fortbildung oder zur Ausübung einer Berufstätigkeit kann Ihnen Sonderurlaub gewährt werden, wenn
1. Sie mindestens zwei Jahre im Katastrophenschutz mitgewirkt und Ihre Grundausbildung in einem Fachdienst des Katastrophenschutz abgeschlossen haben und sich nicht in einem weiterführenden Ausbildungsabschnitt befinden und
2. Ihre Mitwirkung im Katastrophenschutz am neuen Aufenthaltsort wegen des nur vorübergehenden Aufenthalts nicht zweckmäßig oder aus anderen Gründen nicht möglich ist.
Sachverhalte, die einen Sonderurlaub rechtfertigen, können u.a. Volontär- oder Studienzeiten, Sprachkurse oder auswärtige Montagezeiten sein. In Ausnahmefällen (z.B. zeitweise Übernahme des elterlichen Betriebes) kann Sonderurlaub auch beim Nichtvorliegen der unter 1. und 2. genannten Voraussetzungen gewährt werden.

Der Sonderurlaub soll höchstens sechs Monate betragen. Wird Sonderurlaub gewährt, der über sechs Monate hinausgeht, so verlängert sich die 6-jährige Verpflichtungszeit um den die sechs Monate überschreitenden Zeitraum. Der Sonderurlaub darf in der Regel insgesamt nicht mehr als zwei Jahre betragen.
In Ausnahmefällen (z.B. zeitweise Übernahme des elterlichen Betriebes) kann Sonderurlaub auch beim Nichtvorliegen der oben genannten Voraussetzungen gewährt werden. Dies kommt aber nur in besonderen Einzel- und Härtefällen in Betracht.

Für die Gewährung von Sonderurlaub bei Helfern in organisationseigenen Einheiten und bei nicht freigestellten Helfern ist der Ortsbeauftragte zuständig. Beim Erholungsurlaub hat der Helfer den Beginn und die Dauer seines Urlaubs rechtzeitig seinem Einheitsführer anzuzeigen. Über Dienstbefreiung von einzelnen Ausbildungsveranstaltungen entscheidet der Ortsbeauftragte nach pflichtgemäßem Ermessen. Sonderurlaub ist schriftlich zu beantragen und zu begründen.
Erholungsurlaub und Sonderurlaub können aus wichtigen Gründen widerrufen werden. Sie enden ohne Widerruf mit der Feststellung des Spannungs- und Verteidigungsfalles.

Überschreitet der Helfer ohne triftigen Grund im erheblichen Maße den Zeitraum, für den ihm Urlaub gewährt worden ist, so ist dem Kreiswehrersatzamt anzuzeigen, dass der Helfer nicht mehr im Katastrophenschutz mitwirkt.

Allgemeines zum Technischen Hilfswerk...

Gesetzliche Grundlage für die Mitwirkung der Helferinnen und Helfer im THW ist das Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Helfer der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THWHelfRG) vom 22. Januar 1990 (BGBl. I 118), zuletzt geändert durch Gesetz vom 17.12.1997 (BGBl. I S. 3108). Es regelt auch die Rechtsform und die Aufgaben des THW.

Danach ist das Technische Hilfswerk eine nicht rechtsfähige Bundesanstalt mit eigenem Verwaltungsunterbau im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern. Es hat folgende Aufgaben:
Technische Hilfe im Zivilschutz Technische Hilfe im Auftrag der Bundesregierung im Ausland Technische Hilfe bei der Bekämpfung von Katastrophen, öffentlichen Notständen und Unglücksfällen größeren Ausmaßes auf Anforderung der für die Gefahrenabwehr zuständigen Stellen, insbesondere im Bergungs- und Instandsetzungsdienst.

...und seiner Mitwirkung im Katastrophenschutz.

Die Mitwirkung des THW im Katastrophenschutz richtet sich nach dem Zivilschutzgesetz (ZSG) vom 25. März 1997 (BGBl. 1 S.726). Vorschriften über die Freistellung der Helfer vom Wehrdienst enthält das Wehrpflichtgesetz (WPflG).
13a WPflG enthält unter anderem folgende Vorschriften:

1. Wehrpflichtige, die sich vor Vollendung des fünfundzwanzigsten Lebensjahres mit Zustimmung der zuständigen Behörde auf mindestens sechs Jahre zum ehrenamtlichen Dienst als Helfer im Zivilschutz oder Katastrophenschutz verpflichtet haben, werden nicht zum Wehrdienst herangezogen, solange sie als Helfer im Zivilschutz oder Katastrophenschutz mitwirken. (...)
2. Haben Wehrpflichtige sechs Jahre im Zivilschutz oder Katastrophenschutz mitgewirkt, so erlischt ihre Pflicht, Grundwehrdienst zu leisten. (...) Entsprechende Bestimmungen enthält 14 des Zivildienstgesetzes.
Die letzten Worte gehören der Entlassung. Das Dienstverhältnis endet mit der Entlassung oder durch den Tod. Bei Helfern, die nicht mehr aktiv im Katastrophenschutz mitwirken, entfallen die Voraussetzungen für ihre Freistellung vom Wehrdienst. Helferinnen und Helfer im THW können während der sechsmonatigen Probezeit ohne Angabe von Gründen entlassen werden, ansonsten u.a. bei Wegfall der Aufnahmevoraussetzungen oder bei Dienstpflichtverletzungen. Sie können ferner ihr Dienstverhältnis durch schriftliche Erklärung, die mit einer Frist von vier Wochen zum Quartalsende abzugeben ist, beenden. Vom Wehr- oder Zivildienst freigestellte Helfer, die während der sechsjährigen Mindestverpflichtungszeit von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, können zum Grundwehrdienst bzw. Zivildienst herangezogen werden. Hinweis: Diese Darstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bei weiteren Fragen steht Ihnen der THW-Ortsbeauftragte oder die THW-Geschäftsstelle gerne zur Verfügung.